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BLUE PEARL 16. März. 2004

Von Tasmanien nach Australien


Nun sind wir an der Ostküste von Tasmanien bereits auf der Höhe von Flinders Island unterwegs zum Festland.

Wir werden den Zielort Eden übermorgen erreichen.

Heute Nachmittag hatten wir einen kapitalen Tuna "Albacor" an der Angel.

Ich schnitt die armdicken Rückenfilets von den Gräten, den Rest übeliess ich der See.

Noch während ich damit beschäftigt war, die Haut von den Filets zu lösen, fand anscheinend ein noch grösserer Fisch durch die Kadaverteile angelockt, den Weg zum Schiff.

Unbemerkt holte er sich den an der Seite des Schiffes im Wasser hängenden Plastikköder, und zerriss dabei die fünfzig Kilogramm Reisslast starke Angelschnur.




BLUE PEARL 18. März. 2004

Eden


Am frühen Morgen des 18. März hatten wir die Hoffnung aufgegeben Eden noch am selben Tag zu erreichen.

Im Osten der Bass Strait hatten wir uns mit bis vier Knoten Strom gegenan kaum von der Stelle bewegt.


Gegen Mittag kam mit dem Erreichen des australischen Festlandes Südwind auf, der Strom gab nach, und resultierte zum Teil mit positiven Werten. Folglich näherten wir uns Eden am frühen Abend mit sieben bis acht Knoten Fahrt.


Im Schutz der grossen Bucht fanden wir zwei grosse Molen vor, die vorwiegend von Fischern, und einigen wenigen Fahrtenjachten benutzt wurden.

Fürs erste setzten wir uns in deren Nähe vor Anker, und übersetzten mit dem Beiboot an Land.

Auf einer Anhöhe über dem Hafen befindet sich das Zentrum von Eden.

Die an der Dorfstrasse angesiedelten Cafe's und Shops sind belebt von Einheimischen und Touristen.

Wir meldeten uns beim Zoll, was hier von nicht australischen Yachties an jedem grösseren Ort erwartet wird.


Wie schon die Bewohner von Tasmanien sind auch die zwei netten Damen vom Zoll überzeugt, in Eden im Paradies zu wohnen.

Der Ort war einst als Walfänger-Hochburg bekannt. Heute leben die meisten Bewohner vom Tourismus und der Fischerei. Nebst vielen Arten von Papageien, gibt es Kakadus, und oft auch Adler zu beobachten.


Am 27. März trafen unsere Tochter Simone zusammen mit unserer Nichte Andrea in Eden ein. In den nächsten Wochen waren wir zusammen nach einem kurzen Stop in Sydney, in den nördlich von Sydney gelegenen Broken Bay und Nelson Bay unterwegs.



BLUE PEARL ab 19. April. 2004

Sydney


Am Montag dem 19. April enterten wir zum zweiten Mal die grosse Bucht vor Sydney.

Wie schon vor zwei Wochen war vor der Metropole reger Betrieb von Ausflugsschiffen - Fähren - Motor-und Segeljachten.


Auf dem Kurs in Richtung Blackwattle Bay, wo wir schon bei unserem ersten Aufenthalt vor Anker lagen, kreuzten wir das Opernhaus, das mit 102 Millionen $ Baukosten im Jahre 1973 eröffnet wurde, nachdem die Kosten ursprünglich mit 7 Millionen $ kalkuliert waren.

Seither teilen sich Opernhaus und Harbour Bridge, die wir kurz darauf unterquerten den Anspruch, als Wahrzeichen von Sydney zu gelten.


In der Blackwattle Bay liegen wir nur wenige Gehminuten von der City.

Vor uns präsentiert sich die Südwestfront der Skyline, deren "Wolkenkratzer" zunehmend mehr werden. Südlich von unserem Liegeplatz überquert die "Anzac Bridge", eine moderne mehrspurige Hängebrücke die Bay. Von ihr, sowie vom Zentrum der Stadt werden wir mit einem nie abschwellenden Geräuschpegel berieselt.


Mit dem Beiboot verholen wir uns jeweils an den Steg des "Sydney Fisch Market", dem grössten Fischmarkt Australiens. Nebst dem regen Betrieb, ausgelöst durch den Umschlag aller Arten von Meeresbewohner, finden täglich viele Touristen den Weg an diesen Ort.

Zusammen mit Simone und Andrea besuchten wir das Olympia Stadion. Während die beiden sich in den folgenden Tagen verschiedene Attraktionen vornahmen, sorgte sich die Stammcrew der BLUE PEARL anschliessend um das Wohl des Schiffes.


In der Broken Bay musste bereits der GPS ausgetauscht werden, nun war es an der Zeit, einen Glaslieferanten für den Ersatz einer Deckhausscheibe zu finden.

Im weiteren musste die Digitalkamera mit einem Zoomdefekt in Reparatur gebracht werden.

Die Whitlock-Steuerung bedurfte einer Generalüberholung. Bei der Konstruktion dieser Anlage hätte sich der Hersteller mit unwesentlichem Mehraufwand für eine verschleisslose Anlage entscheiden können. Nun war bereits das Entfernen der Bolzen, die an den Enden durch mechanische Einwirkung ausgeweitet wurden, eine mit Bordmitteln beinahe unlösbare Aufgabe.

Im weiteren mussten Seekarten und Handbücher für den bevorstehenden Trip nach Neu Kaledonien gekauft werden. Diese orteten wir bei Boat Books in Crows Nest, einem Vorort von Sydney.


Nachdem alle Vorkehrungen zur Instandsetzung von Schiff und Ausrüstung getroffen waren, blieb uns Zeit, uns den Highlights der Stadt zuzuwenden.

Zu dieser Zeit hatten wir schon einige Dutzend Stadtkilometer in den Beinen, da wir es vorziehen, Metro und Busse nur für lange Strecken zu benutzen.

Dabei hatten wir nebst dem Darling Harbour auch mehrmals die Fussgängerzone der Pitt Street Mall gequert.


Nahezu die Hälfte der unzähligen Passanten scheint asiatischer Herkunkt zu sein.

In U-Bahnstationen und ähnlichen Knotenpunkten fühlte ich mich unter den vielen Passanten oft wie in einem Ameisenhaufen.

Ruhiger ging es im Hyde Park zu. Nebst einem grossen Schachspiel, das auch benutzt wurde, trafen wir auf einen Asiaten, der sich während seiner Meditation am Wegrand, wie eine Pantomine bewegte. Sein angeborenes Lächeln wirkte dabei so unschuldig und in sich gekehrt, dass wir ihn als absolute Attraktion empfanden.

Anschliessend an den Park trafen wir auf die St. Marys Cathedrale. Deren gotische Natursteinfassade schien das vergangene Jahrhundert schadlos überstanden zu haben, und präsentiert sich in entsprechend gutem Zustand.


Im Innern des schlanken Gebäudes bestimmt die Decke, die in einzelnen sich selbsttragenden Kuppen aus Naturstein gebaut ist, das Bild. Durch die vielen, hoch angebrachten Fenster mit Butzenscheiben, deren farbige Bilder Geschichten aus alten Zeiten erzählen, dringt kaum genügend Licht ins Innere. Zusätzlich wurden Scheinwerfer montiert, die mit gelbem Licht die Farbe des Natursteins, aus dem auch die hohen Wände und Pfeiler gebaut sind, zur Geltung bringen.

Ein Beichtstuhl erinnerte mich an Zeiten, wo ich bei dessen Benutzung, selbst von der Schuld verlorener Wetten in Millionenhöhe freigesprochen wurde.


Das Opernhaus hatten wir in seiner Front bereits dreimal mit der BLUE PEARL gequert, als wir uns von der Rückseite, sofern es diese gibt, dem Komplex ein weiteres Mal näherten.

Die schlichte Architektur aus Beton, deren Konstruktion als Spitzbogenelementen zusammengefügt ist, imponierte mir. Wie die runden Dachkuppen sind die meisten Bauteile sowie die Vorplätze und Treppen, in Elementen aus Beton oder Waschbeton angefertigt. Dadurch präsentiert sich die Anlage mit zum Teil riesigen Räumen in gediegener Schlichtheit.


Die äussere Dachhaut ist vollflächig mit kleinformatigem Keramik in einem Mörtelbett verlegt.

Später überquerten wir zu Fuss die Harbour Bridge, wobei sich das Opernhaus ein weiteres Mal von seiner "besten" Seite präsentierte.


Die Brücke die mit 503 Meter Länge als zweigrösste Einbogenspannbrücke der Welt gilt, wurde 1932 eingeweiht.

Sie bietet Platz für acht Fahrspuren, zwei Bahnlinien, und zwei Fuss-und Radwege.

Aus einem Reiseführer konnte ich entnehmen, dass der regelmässige Neuanstrich 30`000 Liter Farbe braucht, und dass Paul Hogan, der später als "Crocodile Dundee" Schauspielerkarriere machte, zeitweilig als Brückenmaler auf der Lohnliste stand.


Von den Flying Foxes, die zu Hunderten in den Bäumen des botanischen Gartens hängen, war ich besonders angetan.

"Fliegende Füchse", weil ihr rotbehaarter Kopf mit spitzer Schnauze und Ohren, einem Fuchskopf sehr ähnlich ist. Die Flügel sind schwarz und unbehaart, ein mit Haut bespanntes Knochengerüst. Eine Konstruktion, die auch gute Segeleigenschaften aufweist, und im Licht der Nachmittagsonne mit einem Fluggerät mehr Ähnlichkeit hatte, als mit einem fliegenden Fuchs........

Für unsere Vorstellung sind es Riesenfledermäuse mit zum Teil über einem Meter Flügelspannweite, die sich von Früchten, also vegetarisch ernähren. Die nachtaktiven Tiere wechseln aber auch am Tag oft ihren Platz in den Schlafbäumen.


Zudem sind ständig gegenseitige Annäherungen zu beobachten, die zum Teil in Streit ausarten.

Ich konnte Tiere beobachten, die sich mit den Beinen und Flügel haltend, dicke Äste hochgeklettert sind, mit derselben Technik, wie wir sie anwenden würden.


Am Sonntag dem 2. Mai traf sich unser Besuch in der Art Gallery zufällig mit dem Beginn eines Konzertes. Zwei junge Pianisten "elf und fünfzehn Jahre" und eine fünfzehnjährige Pianistin waren am Flügel zu bewundern.

Überlegt mann sich, dass die Stücke von Johann Sebastian Bach der von 1685 bis 1750 lebte, noch vor der Entdeckung Australiens geschrieben wurden, wird man sich dieses Phänomens bewusst.

Entsprechend ist das Können der jugendlichen Pianisten zu werten, die in der Lage sind, solche Kompositionen auf dem Piano wiederzugeben...




Broken Bay  10. Mai 2004


Alles dauerte etwas länger so wurden aus dem Liefertermin für die Deckhausscheibe fünfzehn anstelle der sieben bis neun Tage.

Die Fotokamera die schon fünf Wochen in Reparatur ist, musste fürs erste dort zurückgelassen werden.

Am Samstag Morgen waren wir bereit für die Fahrt in die nördlich gelegene Broken Bay.

Wir hoben den Anker aus dem dunklen Wasser der Blackwattle Bay, die hier mitten in der Stadt, trotz der Tide von 1.5 Meter nicht genügend durchflutet wird, um sich zu regenerieren.


Eine Woche zuvor, wurden wir von der Waterway Patrol nach unseren sanitären Installationen befragt.

Während wir auswiesen, dass die BLUE PEARL mit den geforderten Fäkalien und Schmutzwassertanks ausgerüstet ist, konnte uns der Beamte nicht mitteilen, wo solche zu entleeren sind.

Nach einem halben Tag kam er zurück. Er hatte für uns eine Möglichkeit organisiert, unseren diesbezüglichen Ballast an einem Steg, wo professionelle Gastschiffe liegen, loszuwerden.

Seine Bemühungen offenbaren, dass solche Probleme für Sydney Harbour mit seinen vielen Buchten und unzähligen privaten Booten nicht gelöst sind.


Am frühen Samstag Nachmittag (8. Mai) erreichten wir Scotland Island in der Broken Bay.

Dort waren wir mit Horst verabredet, der ein TO Stützpunkt führt.

Wir fanden seine Ketsch mit gehisstem TO Stander, und belegten in deren Nähe, an einer freien Boje.

Horst wohnt mit seiner Familie auf dieser kleinen Insel mit wenigen hundert Meter Durchmesser.


Unzählige Stege entlang der untiefen Küste, schlagen Brücken in tieferes Wasser.

Kurze Zeit später setzte er im Ruderboot zu uns über. Wir hatten seine Adresse für unsere Post verwendet, die er bei sich hatte.

Nach gemütlicher Unterhaltung auf der BLUE PEARL, anerbot er uns, ihn in seinem Haus zu besuchen.


"Horst ist deutscher Abstammung, und hatte vor dreissig Jahren mit seiner Frau die Welt umsegelt. Später organisierte er Jagd Safaris in Australien". Bald waren wir unterwegs auf der bewaldeten, vielleicht hundert Meter hohen Insel.

die vielen Pinien und Eukalyptusbäume schlossen den Wald in seiner Krone fast lückenlos.

Von der See konnten wir nur die am Strand, oder in dessen nähe liegenden Häuser ausmachen. Nun stellten wir fest, dass die Insel viel stärker bebaut ist, als wir angenommen hatten. Umgeben von Buschwerk waren im Schatten der hohen Bäume viele versteckte Häuser auszumachen, die nur durch naturbelassene Fusswege und Treppen zu erreichen sind. Horst wohnt beinahe auf dem höchsten Punkt der Insel. Durch die von ihm gepflanzten Bananenbäume erinnert das Umfeld des Hauses an einen Dschungel. Die lauten Schreie von Kakadus und bunten Papageien tragen das ihre dazu bei.


Da kaum Sonneneinstrahlung das Haus erwärmt, hatte Horst im Ofen des gemütlichen Wohnzimmers bereits Feuer gemacht.

Weil es hier zu dieser Jahreszeit kurz nach sechs Uhr dunkel wird, machten wir uns bald wieder auf den Rückweg zum Schiff.


Nachdem wir weitere zwei Tage an einer Mooring in einer Bucht im Kuring Gai Chase National Park eine Schlechtwetterfront über uns hinwegziehen liessen, setzten wir am Montag im letzten Tageslicht die Segel mit Ziel Nelson Bay.

Beim Verlassen der grossen Bucht wurden wir im untiefen Wasser der Einfahrt derart vom Schwell gebeutelt, dass wir gegen den Gedanken ringen mussten, uns zurück in die sichere Bucht zu verholen.

In diesem Moment konnten wir nicht verstehen, wie wir in den hinter uns liegenden Passagen, Stürme und schweres Wetter derart gelassen hinnehmen konnten.

Während sich in diesem Augenblick jede Faser unseres Wesens dagegen sträubte weiter Kurs, weg von der Küste, in die unwirtliche wolkenverhangene und von Wind und Regen gepeitschte Nacht zu nehmen.

Am folgenden Mittag belegten wir wie schon vor Wochen eine Mooring unmittelbar vor der Marina von Port Stephens in der Nelson Bay.

Wie alle Orte an dieser Küste ist Port Stephens auf Individual-Touristen ausgerichtet. Massentourismus wie wir ihn an vielen Küsten Europas antreffen, kennt man im Südosten von Australien nicht. Trotz der freundlichen Atmosphäre zieht es uns nordwärts, weg von der Region, die wir die letzten zwei Monate befahren hatten.

Unser Drang nach neuem ist noch ungebrochen..........


Wir verholten uns am Donnerstagabend zu dem zehn Meilen im Norden liegenden Broughton Island. Wieder wurden wir von dem frühen Eindunkeln überrascht, und tasteten uns beim letzten Dämmerlicht an die uns fremde, von Untiefen durchsetzte Küste.

Schon beim ersten Tageslicht hoben wir den Anker, und navigierten uns durch verschiedene Untiefen Nordostwärts in tiefes, und somit sicheres Gewässer. Konstanter Südwind schob uns mit flottem Speed in nördliche Gefilde. Hier bescheren uns nördlichere Breiten trotz dem bevorstehenden Winter, zunehmend wärmere Verhältnisse. Am Samstag erreichten wir noch vor Mittag unser Ziel Coffs Harbour.


Unser Jahresvisum in Australien erlangt erst nach einem Unterbruch unseres Aufenthaltes mit erneuter Einreise vor dem 13. Juni für das zweite halbe Jahr Gültigkeit. So hatten wir diesen Ort als Ausgangspunkt für unseren Unterbruch des Australien-Aufenthaltes gewählt.

Sorgfältig wurden die Möglichkeiten abgewogen. Da wir für das Schiff eine durchgehende Bewilligung für ein Jahr hatten, und der geforderte Unterbruch nur die Crew betraf, entschieden wir uns gegen die Ausreise mit der BLUE PEARL nach Neukaledonien.


Also waren Südseeferien oder ein Trip in die Heimat angesagt. Das Rennen machte die Japan Airline die uns via Tokio und die nördlichsten Regionen von Sibirien, in die Schweiz flog. Aus zehntausend Meter Höhe hatten wir beste Sicht auf die sibirische Eiswüste, die zu dieser Jahreszeit, <wir schrieben den 22. Mai > noch keine Anzeichen von Erwachen zeigte. Durch dieses bizarre Gebilde ausgelöst, das sich wie die See weit über jeden Horizont ausdehnt, erwachte in mir die Sehnsucht nach den unendlichen Weiten arktischer Regionen.


Tief in meinem Innern spürte ich, dass sich mit den vergangenen Abenteuern in hohen Breiten, der unwiderstehliche Drang, in diese Regionen zurückzukehren wie ein Virus festgesetzt hat. Die bereits gemachten Erfahrungen setzen neue Grenzen sowie Ansprüche.

Anita wird wohl auch in der Zukunft den einen oder andern Abstecher in eine dieser unwirtlichen, fantastischen Regionen auf unseren Routenplänen vorfinden...........



Coffs Harbour 16. Juni 2004


Wir hatten die Stadt, die im Weiteren aus dem "Jetti", ein Vorort mit Supermarkt und Kleingewerbe, zwischen Hafen und Stadt, sowie der Hafenanlage besteht, bereits vor unserer Abreise in die Schweiz erkundet.


Die Küste, die üppige Vegetation, sowie das Wetter, das den Bewohnern in Australiens mittlerem Osten wie hier in Coffs Harbour über dreihundertzwanzig Sonnentage beschert, sind Grundlagen für ideale Lebensverhältnisse.


Das differenzierte, über viele Breiten verteilte Klima verspricht gestaffelte Saisons, und reiche Ernten während des ganzen Jahres.

Somit produziert Australien bezüglich seiner Agrarprodukte nebst der fast ausschliesslichen Selbstversorgung grosse Überschusse für den Export.

Die Leute die wir treffen wissen diese Umstände zu schätzen und sind fast ausnahmslos damit zufrieden.


Dennoch scheint ein gewisser Drang sich innerhalb des Kontinents zu verpflanzen den Australiern im Blut zu liegen.

Zurzeit ist Tasmanien auf der Wunschliste vieler, das wiederum hatte dazu geführt, dass sich die dortigen Liegenschaftspreise kurzfristig verdoppelt hatten.

Einige haben sich mit solchen Profiten eine Jacht gekauft, und segeln nun je nach Jahreszeit vom Süden in den Norden oder zurück.

Weitere umrunden den Kontinent, und weil es für die meisten der schönste Flecken Erde ist, bleiben nur noch wenige, die zu einer Umrundung der Welt aufbrechen.


Stop and go gilt für die meisten Segler, und während es viele Gründe für Stops gibt, ist es unser Drang aktiv zu werden, der für alles weitere sorgt. Zurzeit warten wir auf die Schraube, die wir korrekt auf die Daten der BLUE PEARL anpassen liessen. Dadurch versprechen wir uns für die Zukunft mehr Speed. Wir sitzen nicht allein fest...... Bruno und Helen von der HELENA ZWO die wir vor unserer Abreise in die Schweiz hier im Hafen getroffen haben, sind auf dem Weg nach Vanuatu einer Inselgruppe in der Südsee, die vom Tourismus nicht befallen ist, und auch in Zukunft davon freigehalten wird. Der Grund, dass sie in Numea Neukaledonien festsitzen liest sich wie folgt.......


<<<So wollen wir Euch warnen vor der Tankstelle in der Marina Yamba. Wir hatten Wasser im Tank und haben dadurch die Einspritzpumpe geschlissen. So mussten wir halt nach Noumea aufkreuzen. Die Amerikaner die ihr Boot in Yamba gebaut haben, sind auch hier und hatten ebenfalls Wasser in dem Tank den sie in Yamba gefüllt hatten.

Yamba Marina behauptet jetzt sie hätten nie Wasser im Diesel gehabt, und es sei auf Kondensation in unserem Tank zurückzuführen. (aber über 3 Liter Wasser und nur in den Tanks die in Yamba gefüllt wurden spricht wohl für sich)>>>

.....................Sicher ist, das Buschtelefon funktioniert


South Port 22. Juni 2004


Wir haben Coffs Harbour mit Ziel South Port in Richtung Norden verlassen, nachdem der Propeller an diesem Morgen in der Marina eingetroffen war.

In den letzten Tagen konnten wir von der fünfzig Meter hohen *Muttonbird Insel, die durch einen Wall mit dem Festland verbunden ist, Wale beobachten.

((* die Insel ist bekannt für die Muttonbirds, die dort in Erdhöhlen unter Kleeartigem Gras nisten))


Auf einige Distanz zu unserem Beobachtungsort, schossen die Wale mit dem grossen Teil ihres massigen Körpers aus dem Wasser. Der dumpfe Schlag des Aufpralls beim zurückfallen, war selbst auf die grosse Entfernung zu hören. Die Fontänen, die dabei unter ihren Körpern hervorschossen, liessen vermuten, welch unvorstellbare Massen sich da anscheinend in spielerischer Leichtigkeit aus dem Wasser katapultieren.

Auch an diesem Morgen waren Wale unterwegs, doch leider nicht so nahe, dass sich Fotos schiessen liessen. Zudem ist es schwierig mit der Verzögerung digitaler Kameras bewegliche Objekte auf das Bild zu bannen.

Zu dieser Jahreszeit werden die Humpback Wale, deren Population an dieser Küste auf dreihundert Tiere dezimiert wurde, die nun geschützt wieder auf deren dreieinhalb bis viertausend angewachsen sind, zu unseren täglichen Begleiter zählen.

Am Abend des 23. Juni erreichten wir die gut markierte Einfahrt von South Port.

Beim letzten Tageslicht fiel der Anker in der Broadwater Bay, dem Mündungsgebiet des Nerang Rivers.


Die Stadt , deren riesige Ressortbauten wir schon von der See wahrnahmen, lag nun eine Meile im Süden, und erinnert uns an Miami.

Am nächsten Morgen übersetzten wir mit dem Beiboot an Land, um unsere neue Umgebung zu erkunden.

Das "Seaworld" ein Vergnügunspark repräsentiert in etwa den Charakter der Stadt, in der sich die riesigen Hotelkomplexe gesäumt von einem meilenlangen Sandstrand auch an Exklusivität gegenseitig in den Schatten stellen. .

In der Bucht vergnügt sich die junge Generation mit Flitzern deren Leistungen weit über fünfhundert PS aufs Wasser bringen. Wie Kampfjets hören wir sie erst nachdem sie vorbei sind. Dabei hinterlassen die Boote kaum Wellen. Möglicherweise sind es dieselben Leute, die in der Nacht zuvor auf der Halbinsel zum Leuchtturm, ihre schnellen Wagen bis zum Aeussersten gefordert hatten........

Wir finden einen neuen Supermarkt, der unser Bedürfnis nach Frischwaren und der Ergänzung einiger Vorräte mehr als befriedigt.

Am Sonntag dem 27. Juni machten wir uns auf den Weg nach Bundaberg. Wir hatten vorgesehen, die Wide Bay Bar Einfahrt in die Great Sandy Strait zu benutzen, um auf diesem Weg in die Hervey Bay und nach Bundaberg zu kommen.

Nun passierten wir diesen Ort noch bei völliger Dunkelheit. Da die Einfahrt versandet, und nur bei Tidenhoch passierbar ist, entschlossen wir uns, den Kurs entlang der Küste beizubehalten, und den Umweg um das Sandy Cape und dessen Fortsetzung, das untiefe Breaksea Spit hinzunehmen.


In der nächsten Nacht wurde auf Kanal sechzehn nach der Jacht beim Sandy Cap gerufen.

Da wir kein anderes Schiff in unserer Nähe an diesem Cap ausmachen konnten, meldeten wir uns, worauf bestätigt wurde, dass es sich um einen Sicherheitsaufruf handle.

Noch in der Nacht rundeten wir die Untiefen des Breaksea Spit, dessen nördliches Ende durch ein Licht mit Radarpeilung markiert ist.In der riesigen Hervey Bay war spürbar weniger Schwell. Weil aber Bundaberg im Nordosten lag, stand der Wind nun gegenan, was uns bewog, die letzten Meilen mit Hilfe des Motors hinter uns zu bringen.



5. Juli 2004
Die BLUE PEARL schwimmt wieder.


Nachdem wir am 29. Juni in der Mündung des Burnett Rivers eingetroffen waren, setzten wir uns vor der Bundaberg Port Marina vor Anker.

In der Marina erkundeten wir uns nach einem möglichen Termin und dem Preis, um die BLUE PEARL auf Slip zu nehmen.

Wir wollten den Schaden am Kiel, den wir uns an Tasmaniens wilder Küste eingehandelt hatten, reparieren, den überarbeiteten Propeller montieren, und die jährlich anfallenden Arbeiten am Unterwasserbereich ausführen.

Die Port Marina in Bundaberg, die ihren Betrieb erst vor zwei Jahren aufgenommen hatte, erwies sich als günstig und hatte genügend Kapazität, so dass wir am nächsten Morgen bereits auf dem Trockenen standen.

Die Reparatur am Kiel war nach einem Tag abgeschlossen und die abgetragenen Wellenlager ersetzt.

Am Sonntagabend war auch das neue Antifouling aufgetragen, und die Jacht bereit zum Einwassern.


Dieser Stop durfte mit Vorbehalt als positiv gewertet werden.

Beim Auswassern behält sich die Marinaführung in den meisten Fällen vor, den Unterwasserbereich der Jachten mit eigenem Personal zu reinigen.

In unserem Fall wurde dafür ein Wasserhochdruckgerät mit Fräseraufsatz verwendet.

Damit wurde nebst dem Bewuchs, auch feine Partikel der dreischichtigen Rumpfgrundierung, zum Teil bis zum Aluminium abgetragen, so dass aufwendige Instandstellungsarbeiten anfielen.

Dieser Schaden, den das Personal als "normal" taxierte, konnte auch an weiteren Rümpfen der auf dem Platz stehenden Jachten festgestellt werden.

Unsere Reklamation führte dazu, dass die nächste Jacht am Montag morgen nicht derart traktiert, und mit einem schonenden Aufsatz mit flachem Wasserstrahl gewaschen wurde.

Am Sonntag bot sich uns die Möglichkeit, mit einem von der Marina organisierten Bus zum Wochenmarkt in die Stadt zu fahren.

Bezüglich unserer Frischprodukte waren wir ziemlich ausgeschossen, und weil diese hier extrem günstig waren, kauften wir ein, als ob es in den Bunker ginge.......


Am Dienstag machten wir uns bei hoher Tide auf den Weg nach Bundaberg.

Nebst dem Strom, der uns mit zwei Knoten vorwärts schob, zeigte auch der überarbeitete Propeller mit spürbar mehr Speed seine Wirkung.......



Dienstag 6. Juli 2004

Bundaberg Town


Wir hatten die Fahrt im Untiefen, jedoch gut markierten Fluss schadlos überstanden.

Hier vor Bundaberg weitete sich der Burnett River, und die Tiefe nahm zu.

Schon bald trafen wir auf die ersten am Anker liegenden Jachten. Unmittelbar vor der Stadt waren zwei reihen Bojen ausgebracht, diese boten uns die Möglichkeit, die BLUE PEARL an Bug und Heck festzumachen, so dass das Schiff auch bei Tidenbruch nicht unkontrolliert im River schwojen konnte.

Zum Preis von nur 15 Dollar für diese eine Nacht, konnten wir mit dem Beiboot am Steg der Midtown Marina anlegen und die Duschen benutzen.


Noch immer ist unser Interesse an jeder Art von Jachten ungebrochen.

So fanden wir bei unserem Besuch am Steg schnell Kontakt zu den hier liegenden Jachteignern.

Viele von ihnen haben Bundaberg als letzten Hafen für ihre Reise gewählt, womit der Ausdruck "gestrandete Jachties" nicht ganz unangebracht ist......

Beim wöchentlichen Treff, der an diesem Dienstagabend wieder fällig war, fanden sich dann über zwanzig Langzeitlieger, "die meisten Imigranten aus der ganzen Welt" zum Nachtessen im Hotel ein.

Dabei wurden wir überhäuft mit Informationen bezüglich der Küste und möglicher Ankerplätze, auf unserer Route in den Norden.

Wir erfuhren vieles über die Schicksale dieser Leute, die zum Teil weit über siebzig Lenze zählen.


Dieter erzählte mir dass seine Frau Joana an Alzheimer im frühen Stadion leidet, womit das Schicksal unerbittlich seinen Tribut fordert......

Von unserer Reise inspiriert, erwachte in "Dick" etwas von seinem alten Unternehmungsgeist, während Joana die Konzentration nicht aufbrachte, sich aktiv am Gespräch zu beteiligen.

Edith und Wolf die deutscher Herkunft sind, hatten ihre Jacht vor fünfundzwanzig Jahren in Brisbane gebaut, und sich nordwärts auf den Weg gemacht.

In Bundaberg hatte Wolf einen Herzanfall. Darauf plagten Edith Nierensteine, die entfernt werden mussten, und seither sind sie regelmässige "Gastlieger" im Spital von Bundaberg.

Ihre Lebensfreude scheint ungebrochen. Edith in ihrer resoluten Art, gekontert von Wolfs trockenem Humor......


Da viele unserer neuen Freunde ihren eigenen Aufbruch seit Jahren aufgeschoben haben, waren sie von unserer Absicht, bereits am nächsten Morgen wieder abzulegen, überrascht.


Hier scheinen sich Welten getroffen zu haben.

Während durch unsere Anwesenheit da und dort neuer Unternehmungsgeist geweckt wurde, wird es mir einmal mehr bewusst, wie flüchtig "Zeit" ist.

Wie schnell wir uns mit jedem Tag dem Hafen nähern, wo wir zum letzen Mal ablegen werden.......



Donnerstag 8. Juli 2004

Lady Musgrave Island


Kurz nach Mittag tasteten wir uns durch die schmale Einfahrt ins Innere des Lady Musgrave Riffs, eines der wenigen befahrbaren Riffe, im "Great Barrier Reef".

Wir hatten den Ankerplatz vor der Port Marina in Bundaberg, wo wir die letzte Nacht gelegen hatten, bereits kurz nach vier Uhr morgens verlassen. Durch die mit Lichtern markierte Ausfahrt erreichten wir noch vor Sonnenaufgang die Hervey Bay, wo wir Kurs auf unser Ziel anlegen konnten.


Aus den bis fünfundzwanzig Knoten achterlichem Wind aus Süd bis Südwest, resultierten zum Teil über acht Knoten Fahrt, womit sich unser Törnplan zeitlich unterbieten liess.

Zur Mittagszeit stellte die Einfahrt in das Riff keine besonderen Ansprüche, und auch die Korallenbänke im Inneren des Riffs waren Dank der hochstehenden Sonne gut auszumachen.

Der weisse Sand, der an der untiefen "Coral Coast" allpräsent ist, hält die Farbe des Wassers in tiefem Blau, das mit abnehmender Tiefe zunehmend heller wirkt.

Beim Ausbringen des Ankers in sechs Meter Wassertiefe konnten wir im klaren Wasser beobachten, wie sich dieser in den Sand grub.


Von Südost bis Südwest brach auf der untiefen Korallenbank die das Riff einfasst, der Schwell mit lautem Tosen. Hier im Inneren des Riffs, sowie in dessen Lee, war es jedoch angenehm ruhig, so dass wir uns just entschlossen, die nahegelegene Insel zu erkunden.

Die hohe Tide machte es möglich, das der Insel vorgelagerte Riff mit dem Beiboot zu überqueren, um an deren Nordostecke anzulanden.

Die nur wenige Meter hohe Insel war bis auf den Küstenstreifen mit üppiger Vegetation bedeckt.


Der weisse Strand zeigte an der Landestelle deutlich, dass die Existenz der Insel auf die Anhäufung von abgestorbenen Korallen und Millionen von Muscheln jeder Art und Grösse zurückzuführen ist.

Das Waten durch das seichte Wasser, sowie das Gehen im tiefen feinen Sand liess Ferienstimmung aufkommen. Weiss ragten die Äste eines gefallenen Baumes, der schon seit ewigen Zeiten auf dem Strand zu liegen schien, zum Himmel. In der Ferne mischte sich das tiefe Blau der See, mit dem unbewölkten Horizont.

Robinson-Stimmung wollte dennoch nicht aufkommen, da auch diese Idylle von der Zivilisation nicht verschont bleibt.

Im Riff hatten sich drei Touristenschiffe eingefunden, die täglich mit ihren Gästen dieses Riff besuchen. Zudem ist auf einer Lichtung am Strand der Nordküste ein kleiner Zeltplatz angelegt.


Ausser der BLUE PEARL ankerten zwei weitere Segel- und eine Motorjacht im Innern des Riffs.

Berücksichtigt man die weitreichende Popularität der Insel, darf bestätigt werden, dass hier mit diesen Ressourcen schonend und verantwortungsbewusst umgegangen wird.

In der Nacht nahmen Wind und Schwell zu. Diese hielten auch den nächsten Tag, und die folgende Nacht an, was uns bewog, an das Festland überzusetzen.


#qs_1012 #qs_900 #qs_1013 #qs_1014

Samstag 10. Juli 2004

Pancake Creek


Da nur vierzig Seemeilen vor uns lagen, reichte es, dass wir unseren Aufbruch auf den späten Vormittag festlegten.

Die bewegte Wasseroberfläche, und das Gegenlicht, liessen nur erahnen, wo Hindernisse vor uns lagen.

Wir erinnerten uns an die Stellen mit den Korallenbänken, und passierten das Riff schadlos.

Mit halbem Wind und acht Knoten Fahrt enterten wir fünf Stunden später den Pancake Creek.

Die untiefe Passage in den River war gut markiert, was sich ein Fischadler-Paar zunutze machte, indem sie auf eine der Steuerbordmarkierungen ihren Horst gebaut haben.

Auf der Markierung gegenüber sass einer der Adler, und beobachtete in aller Ruhe unsere Durchfahrt.


Im Innern des durch grosse Sandbänke gesäumten Creeks, die bei niedriger Tide um Meter aus dem Wasser ragen, lagen bereits ein Dutzend Jachten in Positionen, die auch bei Ebbe eine akzeptable Mindestwassertiefe boten.

Beim Ausbringen des Ankers wurden wir davon überrascht, dass sich unser Bügelanker nicht in den sehr harten Lehmgrund eingraben wollte.

Erst der dritte Versuch führte zum gewünschten Erfolg.

Wir mussten jedoch feststellen, dass die Position des Ankers unserer Nachbarjacht nicht wie vermutet in dessen Front lag. Durch den Tidenstrom hatte das Schiff eine unübliche Position eingenommen, so dass sich die BLUE PEARL nach Abschluss des Ankermanövers unerwartet an dessen Seite gesellte.


Mit dem fünften Versuch erzielten wir das gewünschte Resultat, und lagen nun sicher für die Nacht, mit dem Gefühl wie Greenhörner vorgeführt worden zu sein.

Von diesem Ungemach distanzierten wir uns spätestens am nächsten Morgen, als wir unser Schiff bereits um halb sieben, als zweite Jacht aus dem Ankerfeld steuerten.







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Von Tasmanien nach Australien

Eden

Sydney

Broken Bay  

Coffs Harbour


South Port

Die BLUE PEARL schwimmt wieder.

Bundaberg Town

Lady Musgrave Island

Pancake Creek

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