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2004-3

Sonntag 11. Juli 2004

Cape Capricorn - Hummocky Island


Von leichtem Rückenwind getrieben, segelten wir gemächlich mit ausgebaumter Genua nordwärts.

Nach einiger Zeit hatte auch die Crew in Front ihre Jacht auf Schmetterlingskurs gebracht.

Doch es machte den Anschein, dass deren Schiff auf diesem Kurs nicht zufriedenstellend lief, und die Mannschaft das Kreuzen vor dem Wind bevorzugte.

Auch die hinter uns gestarteten Jachten kämpften mit killenden Segeln, und verloren sich gegen Mittag im fernen Dunst des Horizontes in unserem Lee, womit unser vom Vorabend gebeuteltes Ego fürs erste wieder Auftrieb erhielt.

Um drei Uhr erreichten wir Cape Capricorn, das gegen Südwest durch die Küste, und nach Südost durch eine Landzunge geschützt ist.


Vor Anker liegend mussten wir jedoch eine rollende Dünnung feststellen.

Auf meine Intervention hin ankerten wir wieder auf, und machten uns auf den Weg zur etwa sieben Seemeilen entfernten Hummocky Island.

Ich war davon ausgegangen, dass in der nach Norden offenen Bucht weniger Schwell ansteht...... doch als wir die Insel eine Stunde später rundeten, stand es in der Bucht um nichts besser.

Am nächsten morgen war die See flach und die Bucht so ruhig, wie wir es uns am Vorabend gewünscht hatten.

Zwanzig Meilen vor uns lag mit Great Keppel Island unser nächstes Ziel.




Montag 12. Juli 2004

Gr. Keppel Island


Nach mehr als zweistündigem Tümpeln in der allgegenwärtigen Flaute, die uns kaum über zwei Knoten Fahrt brachte, starteten wir den Motor, um mit unserem Seewasser-Entsalzungsgerät den Trinkwasservorrat zu ergänzen und die Batterien zu laden.

Mit nun über fünf Knoten Speed brachte ich die Schleppleine aus, mit der Hoffnung, eine Fischmahlzeit auf den Teller zu kriegen.

Die letzten Tage waren wir diesbezüglich stets erfolglos, ich konnte mich noch nicht dazu entschliessen, mich an einem Rifffisch zu vergehen........, zudem fehlt es uns für diese Jagd an entsprechendem Gerät, das allerdings hier an jeder Ecke angeboten wird.

Wir hatten die BLUE PEARL an der Westküste von Great Keppel Island geankert.

Vor uns lag ein Resort mit Hotels und Bungalows, an dessen Strand nur einzelne Badegäste auszumachen waren.


Nach unserem Besuch der Anlage, wo selbst eine Landepiste nicht fehlte, machten wir uns daran unsere nächste Unterwasserumgebung zu erkunden.

Wir hatten in der Nähe eines Riffs geankert, wo wir nun dessen Bewohner bewundern konnten.

Die im weissen Sand versteckten Mantas die aufmerksam aus dem Sand äugten , ergriffen jeweils im letzten Augenblick die Flucht.

Die grossen etwas behäbigeren Riffbarsche hatten ihr Quartier am Fuss grosser runder Korallengewächse.

Durch meinen Besuch in ihrem Versteck, setzte die ganze Sippe zum nächsten Wohnquartier über, und mischte sich mit der dortigen Bevölkerung. Nachdem wir uns entfernten, kehrten sie jedoch an ihren angestammten Platz zurück.

Während sich die freundlich wirkenden Kugelfische eiligst davon machten, suchten einzelne zierliche blaue Fische unseren Kontakt, indem sie uns stets ausser Reichweite umschwammen.

Farben und Formen, sowie das Leben im Riff, können nicht annähernd der Realität entsprechend umschrieben werden....... Es wird wohl immer beim Versuch bleiben, einen Ausschnitt des Erlebten auf diese Art wiederzugeben.....






Samstag 24. Juli 2004

Mackay


Die Keppel Islands liegen nun schon um Meilen, und einige Zeit zurück....

Wir hatten uns für die Nacht in die Svendsen`s Beach verholt, um dort vom Südostwind besser geschützt, und entsprechend ruhig zu liegen.

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir in der Keppel Bay Marina.

Am Nachmittag des 14. Juli verliessen wir die Marina, voll gebunkert und wieder ready für die Inseln.

In der Ausfahrt zeigte uns das Echolot die Tiefe von 1.5 Meter, das bedeutete, dass es für die BLUE PEARL mit 1.8 Meter nun wirklich knapp wurde.

Anita wies mich an, in die Mitte der Ausfahrt zu fahren....doch wir waren in der Mitte....


(Die Tiefe der Ausfahrt war mit 1.8 Meter in der Karte eingetragen ..das Tidentief an diesem Nachmittag einen Meter über dem niedrigsten Level...... was eine Durchfahrtstiefe von 2.8 Meter ergibt.)

Anscheinend hat sich in der Einfahrt eine Sandbank gebildet, so dass diese nun bei tiefstem Tidenstand für Segeljachten unbefahrbar ist....

Für uns hatte es gereicht... möglicherweise um die vielgewünschte Handbreite...


wir verbrachten eine zweite Nacht in einer Bucht von Keppel Island.

Der nächste Ankerplatz war Port Clinton (eine Flussmündung), wo wir sehr ruhig lagen.

In der traumhaften Pearl Bay blieben wir zwei Tage.

Anita schrieb dazu ins Logbuch ........Wunderschöne Bay oft sieht man Turtles (grosse Wasserschildkröten) und Dugong's (sehen aus wie dicke Delfine mit Piggi - Gesicht) sie grasen auf dem Grund der Bay.

Am Montag dem 19. Juli erreichten wir Hexam Island. Wir trafen die Australier Pieter und Lesley die uns zum Sundowner auf ihre Jacht einluden. Sie hatten die Schweiz vor Jahren mit ihren Kindern von Sargans bis Montreux auf Schusters Rappen durchquert !!!

In einer Bucht von Percy Island liegend, fand nach längerer Erkundung der Insel "zusammen mit Pieter und Lesley" der Sundowner auf der BLUE Pearl statt.

Am Nachmittag des 21. Juli treffen wir in Digby Island ein.

Wir hatten mit 25 Knoten Wind einen tollen Trip, bei Verhältnissen die der BLUE PEARL liegen.

Die Bucht hielt jedoch nicht was das Cruising Handbuch versprach.

der Südostwind fiel ungehindert in die Bucht ein, und das Riff zwischen zwei Inseln, hielt den Schwell aus dieser Richtung nur mässig zurück. Alle Anzeichen versprachen eine unruhige Nacht.


Vor uns lagen Rob und Ruth in ihrer kleinen Jacht, deren Mast weit ins Lee gierte, und das in einem Rythmus, bei den man Sahne schlagen könnte... Später erzählten sie uns, dass sie drei Nächte in der Bucht verbracht hatten.

Ihre Jacht ist zu klein, um sie bei diesen Verhältnissen zu verholen.

In unserem Heck, im Schell einer kleinen Insel, ragte ein Mast bis zur Saling aus dem Wasser.

In der vergangenen Nacht hatte es die Jacht, deren Anker nicht hielt, dort auf die Felsen getrieben.


Der Eigner der sich in die Rettungsinsel retten konnte, wurde per Heli abgeborgen.

In den letzten zwei Wochen sind in dieser Region, "südlich der Whitsundays" vier Jachten gesunken. In den Whitsundays selbst müssen verheerende Zustände herrschen. Dort gesellen sich zu den Fahrtensegler noch einige hundert Charterjachten, deren Skipper zum Teil weder Schulung noch Erfahrung vorzuweisen haben.

Wir verholten uns für die nächsten drei Tage in die 50 Meilen entfernte Mackay Marina.

Seit dem letzten Einkauf waren acht Tage vergangen, dennoch war es für uns nicht zwingend, diesen Hafen anzulaufen.

Die derzeitigen Wetterverhältnisse, und die Tatsache, dass in den Whitsundays alles viel teurer sein wird, sprachen jedoch dafür.


Am Freitag trafen wir im Hafen auf die Schweizer Thomas und Gabi mit ihrem zweijährigen Sohn David, deren Jacht kaum zu übersehen war.

Die Zwanzigmeter Jacht aus Karbon in edelster Ausführung, mit teakbündigen Luken und nicht sichtbar geführten Schotten, musste von uns inspiziert werden.

Daraus ergab sich, dass wir am Samstag zum Sundowner eingeladen wurden. Das Schiff war in Neuseeland ohne Preislimit, nach den Wünschen des Eigners gebaut worden. Eine Segelmaschine, in jeder Beziehung jenseits unserer Verhältnisse.

Nach dem Nachtessen in einem Restaurant in der Hafenanlage, erzählte uns Thomas, dass die Jacht während des Hamilton Race im August von einer neuseeländischen Proficrew übernommen und gesegelt wird.

Einige unter ihnen sind Teilnehmer des American's Cup.

Wir sind als Gäste eingeladen mitzusegeln, was wir uns nicht entgehen lassen werden............


30. Juli 2004

Ein Schwalbenpaar zu Gast


Heute Morgen haben wir von der Westflanke der Insel Haslewood, zu deren im Norden liegenden Windy Bay gewechselt.

Wir benutzen die kurzen Fahrten hauptsächlich, um unsern Stromhaushalt in Ordnung zu halten.

Am Whithaven Beach, dessen Namen auf den weissen Sand zurückzuführen ist, hatten wir Besuch von der Crew einer Carteryacht.

Ihre Batterien waren völlig entladen, so dass auch der Diesel nicht mehr ansprang.

Mit der Motor-Batterie der BLUE PEARL brachten wir das Vehikel wieder zum Laufen,

deren Motorbatterie mit der Verbraucherbatterie gekoppelt war, was zum Ausfall führte.

Andererseits reicht die Verbraucherbatterie mit 120 A , wovon höchstens zwei Drittel genutzt werden können, nicht für den Tagesbedarf.

Für den Tagesbedarf von ca. 100 A müssen sie den Schiffsdiesel mit kleinem schlechtgesteuertem Alternator mindestens drei Stunden täglich laufen lassen......


Am Motor der BLUE PEARL sind zwei Generatoren mit einer Leistung von 70 und 190 A per Stunde angebaut. Der Windgenerator trägt Wind-und kursbedingt mehr oder weniger zur Deckung bei.

Dennoch läuft unser Diesel bei wenig Wind bis zu einer Stunde täglich.

Das ist darauf zurückzuführen, dass mit konventioneller Regelung die Ladestärke mit zunehmender Laufzeit stark abnimmt.

Mit einem modernen Alternator oder Lichtmaschienensteuerung kann diese bis zum Schluss der Ladung gleichbleibend hoch gehalten werden.....


Nach dem Aufenthalt in der Mackay Marina haben wir für eine Nacht vor einem Resort im Norden von Brampton Island geankert. Danach kamen weitere Ankerplätze „Thomas Island - Goldsmith Island - Keyser Island - Shaw Island..... ich werde in Zukunft nicht mehr alle aufzählen......

Vor Lindeman Island in der Plantation Bay entdeckten wir Gäste an Bord..... nein keine Kakerlaken..... solche haben sich bis heute zu unserem Glück nicht auf der BLUE PEARL eingenistet.... Ein Schwalbenpaar hatte sich unser Schiff als Mobilhome ausgesucht.

Ohne Scheu nahmen sie im schnellen Gleitflug die Abkürzung knapp über unseren Köpfen quer durch das Cockpit. Eine Falte im gestauten Grossegel, gut geschützt durch die Persening, wurde von ihnen zum Nistplatz gewählt.

Sie hatten entschlossen, uns zu vertrauen, und liessen sich aus der Nähe filmen und fotografieren.


Die neue Crew hatte uns auch zu weiteren Ankerplätzen in der Whitehaven Bay begleitet.

Später in der Windy Bay waren sie wieder von Bord, wahrscheinlich war unser wiederholter Platzwechsel nicht nach ihrem Geschmack.

Nun war unser Grossegel wieder frei für den nächsten Einsatz.

Am Sonntagmorgen trafen wir im Macona Inlet ein, wenige Stunden später enterte eine weitere Schweizerjacht, die „ORIS“ den Inlet.

Rolf und Leni die Eigner der ORIS sind seit zehn Jahren unterwegs, sie hatten die letzten vier Jahre in Neuseeland - Neukaledonien - der Südsee und hier in Australien verbracht.

Mitten in der Bucht lag auch die SYDNEY SUNDANCER vor Anker.

Ihr Beiboot, das mein Interesse weckte, hatte die Grösse eines kleinen Motorbootes. Durch die diesbezügliche Recherche machte ich mich mit Lynne und John bekannt.

Sie befahren das Great Barrier Reef seit Jahren mit Chartergästen, und hatten diesbezüglich Pionierarbeit geleistet. Daraus resultiert das Recht, sich unbegrenzt im Barrier Reef zu bewegen, während neue Lizenzen mit örtlichen Begrenzungen und vielen weiteren Auflagen verbunden sind.


Da sie derzeit ohne Gäste unterwegs waren, wurden wir und die Crew der zweiten Schweizeryacht spontan zum Sundowner eingeladen.

Wir hatten uns unsererseits schon mit Leni und Rolf verabredet, so enterten wir, als die Sonne den Horizont erreichte zu viert die SYDNEY SUNDANCER.

Dieser Abend bedeutete eine spürbare Wende für unseren Aufenthalt in den Whitsundays.

Unsere aufmerksamen Gastgeber geben sich als begeisterte Taucher zu erkennen, und halfen uns beim Orten der besten Tauchplätze.

Am nächsten Morgen teilten sie uns mit, sie wollten den windstillen Tag dazu benutzen um bei dem etwas über zehn Meilen entfernten Deloranie Island zu Tauchen, wozu wir uns gerne anschlossen.


Auf unserem Kurs passierten wir die Hook Passage, die uns am Vortag mit heftigem Gegenstrom und bis nahezu meterhohem Schwell forderte.

Auf der Höhe von Border Island erreichte uns über Funk John’s Hinweis, dass der Wind nun für unser Vorhaben zu stark zugelegt habe.

Wir verholten in die Cateran Bay im Norden von Border Island, wo ich mich zusammen mit Lynne zu einem erlebnissreichen Tauchgang aufmachte.

Während des Tauchens hörten wir eine Gruppe Wale, deren einzelne Tiere an ihrer Tonlage leicht auszumachen waren.

Später besuchten uns Lynne und John mit einem Unterwassermikrofon. Nun waren die Stimmen noch lauter zu hören. Deutlich unterschieden sich Bullen, deren Stimme dem Brüllen von Elefanten gleichkam, von der wesentlich höheren Stimmlage von Jungtieren.



#qs_1015 #qs_1022

7. August 2004
Markt in Airle Beach


Die vor uns gestapelten Bananen waren noch grün, und entsprechend zur Ergänzung unserer Vorräte geeignet.

Ich forderte Anita auf, einige Kilos zu kaufen, da wir davon ausgehen konnten, dass es sich um frische einheimische Früchte handelte.

Neben mir äusserte sich eine Frau in Schweizerdeutsch, dass wir hier die besten Bananen kriegen, und die Verkäuferin unseren Dialekt spreche, da sie auch aus der Schweiz sei.....

Damit war die Bekanntschaft mit Ingrid und Kurt, die sich vor vier Jahren hier in Airlie Beach angesiedelt haben, besiegelt.

Als wir uns einige Minuten später von ihnen verabschiedeten, waren wir für den nächsten Tag verabredet.

Wie so oft veränderte sich unsere Situation kurzfristig und grundlegend, mit den neuen Bekantschaften haben sich uns die Whitsundays geöffnet.



11. August 2004

Napoleons“


Wir hatten am frühen Nachmittag die Butterfly Bay geentert, und dort entgegen unserer Erwartung eine Anzahl freier Moorings vorgefunden.

Während wir das Grossegel auftuchten, um es mit der Persening gegen die agressive Sonne zu schützen, entdeckten wir die SYDNEY SUNDANCER auf der Anfahrt zur Bucht.

Dieses Treffen war nicht vereinbart und führte zu einem lockeren Abend im Cockpit der BLUE PEARL. Lynne und John`s freundliche und offene Art, sowie unsere gemeinsamen Interessen, führten dazu, dass wir uns in ihrer Gesellschaft wohl, wie mit alten Freunden fühlten.

Bevor wir uns am Freitag nach Airlie Beach auf den Weg machten, trafen wir in der benachbarten Manta Ray Bay wohl auf eine der eindruckvollsten Unterwasserwelten der Whitsunday`s.

Nebst den unbeschreiblich schönen Korallen, sahen wir auch viele Rifffische in jeder Grösse.

Angeführt von zwei „Napoleons“. (über einen Meter lange Fische, deren Gewicht dreissig Kilo leicht übersteigt.)

An Menschen gewohnt, hatten sie es nicht eilig zu verschwinden. Während sie vor uns herschwammen, legten sie sich leicht zur Seite, um uns nicht aus ihrem Blickwinkel zu verlieren.



15. August 2004

Whitsunday's


Ingrid und Kurt sind begeisterte Taucher.

Sie frönten diesen Sport an den schönsten Plätzen der Welt. In den letzten Jahren haben sie auch in Australien Hunderte von Tauchgänge absolviert.

Im Verlauf des Sonntags zeigen sie uns verschiedene sehenswerte Plätze ihrer neu gewählten Heimat.

Am meisten imponierte uns jedoch das "Wildlife" um ihr Haus.

Am Abend erhielten wir dort Besuche von Papageien "Lorikeets" und Laughing Kookaburras. Während wir ein Kängruh beobachteten das im Garten graste, zog laut schreiend ein Schwarm Kakadus über das Haus hinweg.


Nachdem wir uns an einem riesigen gegrillten Steak gesättigt hatten, zeigte uns Ingrid in einem Film, dass das Tierleben in ihrem Garten wesentlich mehr zu bieten hat als das, was wir im Verlaufe des Abends erlebt hatten. Auf diese Weise wurden wir Zeuge, wie eine große Schlange an der Dachrinne hängend, einen Lorikeet würgte, und ihn anschließend verschlang.

Weitere Filme zeigten die Unterwasserwelt im Barrier Reef, womit sie eindrücklich ihre diesbezüglichen Erlebnisse dokumentierten..........


Inzwischen haben wir auch die nördlichen Inseln der Whitsunday's besucht, unter ihnen, die allseitig beliebte Blue Pearl Bay. Die Unterwasser Fauna ist dort bei guter Sicht, besonders vielfältig.



28. August 2004

Bait Reef


Rückblickend auf die letzten drei Wochen sind die Erlebnisse, komprimiert auf engstem Raum in den Whitsunday's, kaum mehr zeitlich und räumlich auseinander zu halten.

Wir hatten einige Tage zusammen mit Rolf und Leni an den schönsten Plätzen der Region verbracht. Zudem hatte sich unser Kurs wiederholt mit dem der Sydney Sundancer gekreuzt. Die gemeinsamen Interessen am Schnorcheln und Tauchen führten uns zu diesen nicht geplanten Treffen, und immer zu einem "Sundowner" auf einer der Jachten.


Mit dem Bait Reef hatten wir nun die Whitsunday's hinter uns gelassen. Der Aufbruch zu dem nur knapp zwanzig Meilen nördlich liegenden Riff war etwas umstritten, da der Südostwind mit 15 Knoten, bei Tidenhoch einiges an Schwell versprach. Nachdem der Entschluss zur Weiterreise gefasst war, drängte es mich, mit Kurs Nord, auch wieder Ordnung in die räumlichen Verhältnisse zu bringen.


Das Bait Reef wird bei günstigen Bedingungen regelmäßig von Kommerzial- und Privatyachten besucht, bleibt aber der Masse von Charteryachten vorenthalten. So lagen in der Nacht nur zwei weitere Jachten an den dafür verankerten Moorings.

Verschiedene ‚Bommies' (Korallenköpfe) die zum Teil bis zwanzig Meter in die Tiefe reichen, bieten die besten Voraussetzungen für dieses vielgeschätztes Tauchparadies.

Just als wir am nächsten Morgen für den ersten Tauchgang bereit waren, enterten John und Lynne ....die Sydney Sundancer das Riff .Die Freude, uns wieder zu sehen, war allseitig spürbar.


Am Abend wurden wir auf der Sundancer, auf der noch weitere Freunde aus Sydney zu Gast weilten, verwöhnt. Lynne verstand es, aus der Bordküche das Unmögliche hervorzuzaubern.

Nach einem weiteren gemeinsamen Tauchgang am nächsten Morgen, trennten sich unsere Wege wieder.

Unser Ziel war das nordöstlich liegende Line Reef.

Während sich die Crew der Sundancer zu einem weiteren Tauchgang aufmachte, wurde es für uns Zeit, sich mit dem starken Tidenstrom von bis vier Knoten auf den Weg zu machen.

In dieser von Untiefen und Riffen durchsetzten Gegend schätzten wir den GPS besonders. Mit dessen Hilfe ist es erst möglich, uns ohne übermässige Risiken, in solchen Gefilden zu bewegen.

Als wir am Abend den Ankerplatz im Line Reef erreichten, waren am Himmel dunkle Wolken aufgezogen. In der folgenden Nacht hatten wir seit Wochen die ersten ergiebigen Niederschläge.

Auf etwa eine Meile Distanz war der Wasserfall zu beobachten, der bei unserer Ankunft seine maximale Höhe erreichte.


Dieser Wasserfall bildet sich im Hardy Reef, das nur eine einzige schmale Öffnung aufweist. Ist die Tide bis auf Riffhöhe abgefallen, entleert sich das Hardy Reef ausschliesslich durch diese Öffnung. Da wir an diesem Abend Vollmond hatten, fiel die Tide bis zum Kartennull, was die größtmögliche Höhe des Wasserfalles ausmachte.

Das Schauspiel war durch das Fernglas zu beobachten, für Fotos war die Distanz jedoch zu groß.


Beim richtigen Tidenstand ist es möglich das Riff durch diese Passage zu entern.

Am nächsten Morgen hatte sich die Wettersituation nicht spürbar gebessert. Da der Wind zusehends auf Nord - Nordost wechselte, und die Riffs dafür keinen Schutz boten, machten wir uns auf den Weg zum 45 sm entfernten Bowen.

Nach unseren Einkäufen besuchten wir den Segelclub. Bei dieser Gelegenheit ‚halfen' wir, einen Segler zu verabschieden, der fünf Wochen zuvor in der Club Marina eingetroffen war, und anschliessend für die Dauer der olympischen Spiele dort hängenblieb.

Während wir uns bestens unterhielten, taten wir uns an den angebotenen Speisen gütlich.

Der Segler offenbarte uns, dass es seine Absicht war, weiter Nordwärts zu segeln. Aufgrund seines Hängers, sei nun aber höchste Zeit umzukehren. Unterwegs wolle er einen kranken Freund besuchen, und dann rechtzeitig zum Weihnachtsfest in Coffs Harbour sein. ..... So verschieden laufen unsere Uhren........ Während vor uns das nördliche Barrier Reef darauf wartet, erkundet zu werden, ist unser Freund "eilig" südwärts unterwegs, um dann sicher das Weihnachtsfest in Coffs Harbour nicht zu verpassen.



14. September 2004
Cairns


Es sind schon wieder vier Tage her, seit wir hier in Cairns eingetroffen sind.

Die letzte Nacht hatten wir im Lee der Insel Fitzroy geankert, nachden wir dort erst nach Einbruch der Dunkelheit eingetroffen waren.

Am Morgen des zehnten Septembers segelten wir die restlichen Meilen mit bis zwanzig Knoten Wind in Richtung Cairns.


In den letzten Tagen hatten wir Probleme mit den Verbraucher Batterien. An diesem Morgen setzte selbst der Autopilot aus, weil die Volt unter brauchbare Mindestwerte fielen.

Nach unserer Ankunft im Ankerfeld vor Cairns, baute ich eine Batterie aus, um uns Ersatz zu beschaffen.

Verschiedene Verkäufer in den Batterieshop's bestätigten uns, dass die mitgeschleppte Batterie zwar in Ordnung sei, aber aufgrund der Symptome unserer elektrischen Anlage, eine oder mehrere Batterien abgelebt haben müssen.


Zu ersetzen sei die ganze Batteriebank, (6 Batterien à 200 A à 6 V) da sich die Leistung der neuen Batterien der reduzierten Leistung der Gebrauchten anpasse, und weitere Ausfälle aufgrund des fortgeschrittenen Alters zu erwarten seien.

Die Platzverhältnisse im Batterienkasten lassen nur Ersatz mit indentischen Massen zu.

Da unsere eingebauten deutschen "Sonnenschein" Batterien diesbezüglich etwas eigenwillig sind, bleibt uns nur, diese mit dem selben Fabrikat zu ersetzen. "Kosten $ 3000.- "

Aufgrund der einwöchigen Lieferfrist entschloss ich mich die Batteriebank auszubauen, und für die Wartezeit mit einer verkleinerten jedoch intakten Bank unseren Energiebedarf zu decken.

Bei den Messungen ergab sich, dass alle Batterien in Ordnung waren, und nach dem Wiedereinbau gehörte unser Energieproblem der Vergangenheit an.


Vor Wochenfrist hatten wir zwei Nächte im Hafen von Townsville gelegen, und die Stadt mit ihren Promenaden und Einkaufstrassen als äusserst attraktiv erlebt.

Hier in Cairns boomt der Tauchtourismus. Die Informations- und Buchungscenter liegen Tür an Tür.

Die Angebote sind vielfältig, konzentrieren sich jedoch in der Mehrheit auf ein Dutzend Plätze.


Dazu habe ich in einem Diveguide gelesen, dass sich der Taucher die Unterwasserfarbe seines Schiffes merken soll, um nicht versehentlich beim Schiff der Konkurrenz aufzutauchen.

So wird hier vor der Stadt der Schiffsverkehr dominiert von grossen Touristen-Kats und Segelschiffen, die eine Unmenge Personen an Bord aufnehmen können.

Dennoch hat die Stadt viel Charme.

Das Cairns Festival verspricht über die ganze Saison fast täglich Attraktionen.

Am Sonntag hatten wir uns am Strand bei der Lagune einen Film in einer Freiluftvorführung angesehen.


"The black Lagoon " war dessen Titel.

Möglicherweise fünfzig Jahre alt, mit einem halben Dutzend Darstellern und Szenen,

die alles andere als raffiniert waren, entlockte gerade die Naivität der Darbietung bei den Besuchern oft die grösste Belustigung.

Gestern und heute hat der Wind in unserer Region bis zu dreissig Knoten zugelegt. Ab Morgen sollten sich diese Werte um fünf bis zehn Knoten reduzieren.

Damit bieten sich uns gute Voraussetzungen für die vorgesehene Tour in die Riffs zwischen Cairns und Port Douglas.



17. Oktober 2004

Lady Musgrave Island


Wir sind nun auf südlichen Kursen unterwegs, mit Ziel Neuseeland.

Gestern haben wir Lady Musgrave erreicht, ein geschlossenes Riff mit kleiner Insel, von dem wir schon vor Monaten berichtet haben.

Im Gegensatz zu unserem ersten Besuch, sind die Wetterverhältnisse zurzeit ausgezeichnet.

Leichter Nordostwind lässt im Inneren des Riffs kaum Schwell aufkommen.

Bei wiederholten Drift - Tauchgängen an der Westflanke des Riffs, hat sich die von uns erstmals angewendete Technik, das Beiboot an einer langen Leine mitzuführen hervorragend bewährt.


Wir lassen uns in der Strömung von etwa einem Knoten über die Korallenlandschaft treiben. Dabei treffen wir oft auf ausgewachsene Turtle's (Wasserschildkröten), die nach ca. fünfzehn Jahren zu ihrer Geburtsinsel zurückgekehrt sind, um hier ihre Eier unter den Küstensand zu bringen...

Die Tiere haben bereits die Grösse von etwa einem Meter erreicht. Deren Panzer sind von der Zeit gezeichnet, und haben die hellbraune Farbe der jüngeren Generationen mit einem stumpfen grün-grau getauscht.


Ein Stingray (Rochen) von zwei Meter Länge fesselte unsere Aufmerksamkeit.

Als er sich sachte in Bewegung setzte, glitt sein ausladender Körper wie ein grosser wogender Flügel über den Sandboden. Beim Überqueren von Hindernissen, war seine untere Seite auszumachen, die im Gegensatz zur schwarzen Oberfläche in reinem Weiss aufblinkte.

Beim Besuch auf der Insel stellten wir fest, dass diese sich zurzeit zur Kinderstube vieler Seevögeln gewandelt hat. Zum Teil sitzen die brütenden Vögel ohne Nest auf nackten Boden auf ihrem Ei. Viele haben aus Blättern eine kleine Plattform auf ausragende Aeste gebaut, die sie mit ihrem eigenen Kot zusammengefügt haben. Dabei leben die geschlüpften Jungtiere ständig am Rande des Abgrundes.


Im Küstensand sind die Spuren vieler Turtle's auszumachen, die sich oberhalb der Hochwasserlinie in den Sand eine grosse Mulde gegraben hatten, um dort in sicherer Tiefe von mehr als einem halben Meter, ihre Eier zu hinterlassen.

Wir beschlossen, die nächste Nacht auf Expedition zu gehen, um die Schildkröten bei ihrem Tun zu beobachten.

In mondloser Finsternis verholten wir uns mit dem Dingi an die Küste. Aus dem Tropenwald drang das Geschrei vieler uns unbekannter Tiere, in einer Vielfalt, wie wir das noch kaum erlebt hatten.


Nach kurzer Zeit schon trafen wir auf riesige Schildkröten, die sich auf dem Weg in höhere Gefilde, durch den Küstensand pflügten. Dabei rasteten sie nach jedem Meter, und gaben mit lautem Schnaufen kund über die ungewohnte Anstrengung.

Bald trafen wir auf ein Exemplar, das sich bereits tief eingegraben hatte, und im Begriff war, die Eier in einen eigens dafür ausgehobenen Schacht zu legen.

Da sich Turtle's bei fortgeschrittenem Legeprozess nicht mehr stören lassen, nutzten wir die Gelegenheit, um uns von hinten anzunähern.

Mit schwachem Lampenlicht konnten wir beobachten, wie sich der Schacht langsam mit Eiern füllte, die die Schilkröte begleitet mit lautem Schnaufen, schubweise aus ihren Leib presste.

Inzwischen waren auch die Sandflöhe, die wir vorher nicht bemerkt hatten, von unserer Anwesenheit angetan. Nach kurzer Zeit juckte es uns an Armen und Beinen, so dass wir froh waren, zur BLUE PEARL zurückkehren zu können.

Damit war das kurz aufkommende Verlangen, wie Robinson auf einer Insel zu leben, wieder bis auf weiteres gestillt......



21. November 2004

Brisbane


Wir hatten am 8. November Bundaberg erreicht, und dort einige Tage an den Moorings der Midtown Marina verbracht.

Anstelle der nördlichen Umrundung von Fraser Island, wählten wir anschliessend den direkteren Südostkurs durch die Great Sandy Strait, entlang der Westküste von Fraser Island.

Schon am Vorabend hatten wir uns an den Ankerplatz vor der Port Marina verholt, wo wir noch im Dunkeln den Anker hoben. Wir folgten den beleuchteten Markierungen, die uns aus dem Burnett River führten, und hielten Kurs in die Hervey Bay.

Nach dem Tidenbruch profitierten wir vom starken Tidenstrom, der mit über zwei Knoten in Richtung Great Sandy Strait führte.

Am frühen Abend gingen wir an der Westküste von Fraser Island vor Anker.

Fraser Island ist die grösste Sandinsel der Welt mit bis zu 240m hohen Dünen und mehr als vierzig Süsswasserseen.


Die Insel ist zum Teil von der Unesco unter Schutz gestellt. Nebst bis zu siebzig Meter hohen Baumgiganten sind dort auch viele Reptilienarten, Wildpferde und Dingos anzutreffen.

Als wir am nächsten Morgen den Ankerplatz verliessen, konnten wir zwei Dingos beobachten, die wie verspielte Hunde den Sandstrand entlang trotteten.

Bei hoher Tide setzten wir über den Boonly Point, „zu vergleichen mit der Wasserscheide auf einem Berg". (Die Tide, deren Pegel im sechs Stunden Rythmus um bis 3 Meter steigt und fällt, verhält sich an dieser Stelle neutral, und läuft von Norden und Süden auf, oder in diese beiden Richtungen ab. Dabei wird die zu befahrende Route so geplant, dass man stets mit dem Strom unterwegs ist...)


Anschliessen hatten wir ablaufenden Tidenstrom in Richtung Wide Bay, deren Passage uns zurück in den offenen Pacific führte.

Mit Peillichtern gut markiert, führte der Kurs über die Bar, einer Ansammlung untiefer Sanddünen, die von uns als Brecher auszumachen waren.

Mit kaum zwanzig Knoten Wind gegen drei Knoten Strom hatte diese Passage bereits ihre Tücken... Der kurze steile Schwell liess den Bug tief in die Wellen schneiden, und anschliessend steil zum Himmel ragen.

Nachdem wir die Küste hinter uns gelassen hatten, hielten wir Kurs auf die Moreton Bay.

Am nächsten Morgen erreichten wir deren North West Channel, der uns in den Brisbane River führte.


Mit der auflaufenden Tide erreichten wir die Stadt kurz nach Mittag.

Wir hatten viel über Brisbanes Historie gelesen. Nun fanden wir eine moderne Stadt mit 1,5 Millionen Einwohner vor, deren viktorianische Bausubstanz bis auf wenige historische Gebäude, oder deren Fassaden, den Neubauten weichen musste.

Trotz vieler Hochhäuser vermittelt der 1824 gegründete Ort eine angenehme Atmosphäre. Der botanische Garten, der Miite letztes Jahrhundert angelegt wurde, sowie der South Bank Park, "das Gelände einer ehemaligen Expo" laden zum Verweilen ein.

Der River vermittelt einen relaxen Kontrast zur Skyline. Noch immer werden neue Wolkenkratzer hochgezogen, deren zukünftige Bewohner laut Statistik mit täglich sieben Sonnenstunden rechnen dürfen...

In wenigen Tagen werden wir hier ausklarieren, und damit Australien in Richtung Neuseeland verlassen.



27. November 2004

Moreten Island nach Lord Howe Island

Am Donnerstag dem 25. November hatten wir in Brisbane die Formalitäten zum Ausklarieren erledigt. Damit lief laut unseren Papieren am Samstag unsere offizielle Zeit in Australien ab. Allerdings ist auch das vierhundert Meilen vor uns liegende Lord Howe Island dessen Kurs nun anliegt, australisches Hoheitsgebiet.

Nachdem wir am Freitagmorgen mit ablaufender Tide den Brisbane River verlassen hatten, lagen wir die erste Nacht im Lee von Moreten Island, unmittelbar vor dem Resort "Tangalooma" vor Anker.


Etwas weiter im Norden wurden ein Dutzend Stahlschiffe versenkt, um damit einen gegen Westwind geschützten Ankerplatz zu schaffen.

Diese Wracks, die zum Teil aus dem Wasser ragen, rosten nun seit Jahren dahin, und haben es geschafft, einen gewissen Bekanntheitsgrad zu erlangen.

Da Südostwind anlag und wir auf Nordwind warteten, waren wir nicht auf deren Schutz angewiesen.


Am Samstag verholten wir an die Nordküste von Moreten Island, und waren bereit, mit einsetzendem Nordostwind den Kontinent zu verlassen.

Nach einer Nacht in unmittelbarer Nachbarschaft zum Boot der Coast Quard, die dieselbe Ecke als Ankerplatz gewählt hatte, hoben wir am Sonntagmorgen den Anker und liefen, da der Wind noch nicht ausreichte, unter Motor in Richtung Südost.

Am späten Morgen setzte der erwartete Nordwestwind ein, und noch vor Mittag liefen wir unter Segel. Schnell gewöhnten wir uns an die Bordroutine. Um uns setzte das blasse Blau des Horizonts dem Tiefblau des Pazifiks klare Grenzen. Auch die letzten Küstenformationen hatten sich unserem Sichtbereich entzogen. Das regelmässige Geräusch, der schäumendweiss brechenden Wellen, war in Einklang mit unseren Gefühlen......Vorwärts... wir haben uns von der Küste gelöst, viele Freunde und Bekannte vielleicht für immer hinter uns gelassen.

Wir fühlen uns frei, und sind offen für alles Neue, was uns in der Zukunft erwarten wird.

Mit unter zwanzig Knoten Wind von achtern, und wenig Schwell erlebten wir das Segeln von seiner besten Seite.

Am Dienstag frischte der Nordwestwind um einige Knoten auf.

Inzwischen waren wir aus der Abdeckung der Küste gesegelt, und konnten mit dem VHF Funkgerät verschiedene Küstenstationen emfangen. Anstelle des üblichen Aktionsradius von fünfzig Meilen, erreichten unser Empfang zu diesem Zeitpunkt Küstensender aus bis fünfhundert Meilen Entfernung.


So wurden wir von Wettervorhersagen in einer Menge, wie wir das noch nie erlebt hatten, eingedeckt.

"Starkwind, und zum Teil Sturm" wurde angesagt. Für uns kam dieser Schub im falschen Moment, mit Speed bis acht Knoten würden wir unser Ziel Lord Howe Island schon kurz nach Mitternacht erreichen.

Da die Einfahrt ins Riff in der Nacht nicht möglich ist und zudem durch den starken Nordwestwind dort einiges an Schwell zu erwarten ist, drosselten wir unseren Speed mit kleinstgesetzter Segelfläche auf vier bis fünf Knoten.




10. Dezember 2004

Lord Howe Island


Schon in der Morgendämmerung waren die Felsmassen der Neunhundertvierzig Meter hohen Insel Lord Howe auszumachen.

Zwei Stunden später sichteten wir den weissen Schwell, der sich an dem im Westen der Insel vorgelagerten Riff brach.


Ankommende Jachten haben sich hier bei der Hafenautorität zu melden, aber noch bevor wir uns bemühten, hatte uns der Hafenmeister ausgemacht und aufgerufen.

Wenig später, hatte er uns durch die bei dem vorherrschenden starken Nordwestwind geschlossen wirkende Brandung, "die Nord Passage" gelotst. Um 08.15 Uhr lagen wir laut dem Eintrag in das Logbuch, sicher an der Mooring im Innern des Riffs.

Selbst hier im Schutz des Riffs, stand der Schwell derart hoch, dass wir es vorzogen, mit dem Landgang noch etwas zu warten.

Als wir uns dann kurz vor Mittag auf den ca. dreihundert Meter langen Weg zur Mole machten, mussten wir einiges an Spritzwasser in Kauf nehmen.

Aus der Sicht des Schiffes waren kaum Bauten auszumachen, selbst als wir später mit den gemieteten Bike's durch die Strassen der Insel fuhren, stellten wir fest, dass die meisten Häuser gut getarnt im Wald, oder hinter duzenden von Palmen versteckt lagen.

Palmen gibt es auf Lord Howe zu Tausenden, sie werden von der Kommune in Plantagen, und an jeder freien Stelle gepflanzt, gepflegt und in die ganze Welt exportiert.

Der Haupterwerb für die dreihundert Bewohner der Insel kommt jedoch aus dem Tourismus.

Die ca. drei bis vierhundert Gäste der Insel, auf der das ganze Jahr Saison ist, dürfen sich als Individualtouristen bezeichnen.


Ausser der kleinen Anzahl Wassersportler dürfte das Alter der Gäste mehrheitlich ab fünfzig sein.

Schon nach wenigen hundert Meter auf der geteerten Inselstrasse querte uns der Toyota Picup

der Polizei... Richard, der Anfang Jahr das Amt des Polizeichefs übernommen hat, ist auch für die Immigration zuständig.

Für den Moment gab es da nichts zu tun, wir brauchen uns erst beim ausklarieren bei ihm zu melden. Freundlicherweise bot er uns an, auf die Brücke des Picup zu steigen, er wollte uns zu Wilson`s Bike Vermietung bringen, wo wir auch einen Schlüssel für Dusche und WC bekommen konnten.

Später erkundeten wir das Dorf, das nebst drei verschiedenen Kirchen, ein Museum, zwei Shops, zwei Banken einige Cafe's, einen Filmraum und vieles mehr, gut verteilt und versteckt auf der ganzen Insel zu bieten hat.


Nebst den zwei Tauchgängen, die unsere Erwartungen nicht ganz zufrieden stellen konnten, waren wir in den fünf Tagen unseres Aufenthalts viel mit den Bike's und zu Fuss unterwegs.

Wir besuchten die Wetterstation beim Flughafen, die sechzehn Stunden am Tag besetzt ist.

Laut der Wettervorhersagen, war ab Montag wieder mit Nord Nordostwind zu rechnen.

Somit war die Dauer unseres Aufenthalts auf der Insel bestimmt.

Nachdem wir am Montag allen Verpflichtungen nachgekommen waren, die Mooring bezahlt und ausklariert war, legten wir um halb elf von der Mooring ab und befuhren den Nord Channel durch das Riff, nach dessen Passage uns der Hafenmeister über Funk bestätigte, "ihr seid nun klar". Und uns eine gute Fahrt nach Neuseeland wünschte.



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Cape Capricorn - Hummocky Island

Gr. Keppel Island

Mackay

Ein Schwalbenpaar zu Gast

Markt in Airle Beach

„Napoleons“

Whitsunday's

Bait Reef

Cairns

Lady Musgrave Island

Brisbane

Moreten Island nach Lord Howe Island

Lord Howe Island

Wir erkunden die Nordinsel

30. Dezember 2004

Wir erkunden die Nordinsel


Nachdem wir uns am vorletzten Tag des Jahres in Whangarei ein Auto gemietet hatten, galt unser erster Besuch der Westhaven Marina in Auckland. Die Anlage mit 1200 Jachten und deren Umgebung mit vielen Zubehör und Wassersportshops gilt als Zentrum von Neuseelands Jachtsport.

Die Spuren des letzten America's Cup sind hier noch allgegenwärtig.

Die eigens für die verschiedenen Teilnehmer erstellten Hallen sind neuen Zwecken zugeführt worden. Die neue Hafenanlage, die mit dem Cup in Betrieb genommen wurde, füllt sich allerdings nur langsam mit Jachten der höheren Preisklasse.


Bei dieser Gelegenheit besuchten wir verschiedene Segelmacher, deren Anlagen zum Teil computerisiert sind, so dass die wirkliche Handarbeit erst mit dem Zusammennähen der einzelnen vorgeschnittenen Teile beginnt.

Unser Grossegel ist nach nur vier Jahren im Einsatz, jedoch mit über 45000 Seemeilen vorzeitig gealtert. Unsere vor uns liegende Reise, die in die Roaring Forties führt, kann diesem spröden Tuch nicht mehr zugemutet werden. Zudem sollen Segel hier laut verschiedener Informationen einen Drittel günstiger sein als in Australien.


Eine Pumpendichtung wurde uns bei Yanmar für 50$ angeboten. Nach gezielten Rückfragen wurde uns das baugleiche Produkt von Johnson, "dem Pumpenhersteller" für $ 15 verkauft. Nachahmungen dürften einen Bruchteil dieses Preises kosten.

Trotz umsichtigem Einkauf und viel Eigenleistung, übersteigen die Instandhaltungs - Wartungs- und Betriebskosten der Jacht, unseren persönlichen Bedarf bei Weitem......


Am 31. Dezember erreichten wir Rotorua, wo wir uns an der grosszügigen Seeparkanlage in ein Motel einquartierten.

Am Abend wurde auf diesem Platz ein Openair Konzert aufgeführt,

Nachdem ein Platzregen das Areal zwischenzeitlich leergefegt hatte, sammelten sich die Zuschauer gegen Mitternacht wieder auf dem Platz, wo das Wasser zum Teil noch knöcheltief lag.

Punkt zwölf Uhr wurde dann das neue Jahr mit einem grandiosen Feuerwerk begonnen.



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